Chorleben

1.Sopran 2.Sopran 1.Alt 2.Alt
Christa Brandsch-Böhm
Angelika Feige
Roswitha Hackbarth
Vera Hackbarth
Stephanie Kahlert
Gabi Lucas
Maria Lucas
Karen Mika
Anna Poschner
Tanja Röttger
Andrea Rumi
Maria Gündisch
Lisa Poschner
Anna Prawitz
Erika Prawitz
Bärbel Rogalla
Ilka Ruland
Birgit Schneider
Hedda Schneider
Sabine Breuer
Sophia Halmen
Luise Johrendt
Angelika Knips
Inge Köstle
Erika Menzel
Edith Mosebach
Erika Sudmann
Rita Wagner
Gerti Zelch
Liesel Holländer
Maria Kallweit
Monika Müller
Bettina Ottinger
Uschi Poschner
Renate Puhl
Elke Schneider
Claudia Strupp
Gunde Zenn

Unser Chorleben mit Frau Melzer

Nachdem 1996 Michael Tausch aus gesundheitlichen Gründen das Amt des Chorleiters nicht mehr ausüben konnte, war guter Rat teuer und die Ausschau nach einem geeigneten Nachfolger begann.
Damit der Chorbetrieb nicht vollständig zum Erliegen kam, sprangen freundlicherweise Dieter Kranenberg (Chorleiter des Kirchenchores) und Friedhelm Theiss (ehemaliger Chorleiter des MGV) ein und so konnten fast alle Singverpflichtungen erfüllt werden. Beide, sowohl Kranenberg als auch Theiss, stellten aber klar, dass ihr Einsatz nur eine vorübergehende Hilfeleistung sei.
Bei der Suche nach einer dauerhaften Lösung stieß man auf Regine Melzer, einer jungen Musikpädagogin, die sich mit einer eigenen Musikschule selbständig gemacht hatte und die die Aufgabe reizte einen Chor zu leiten.
Nach einigen Chorproben zum gegenseitigen Kennenlernen, beschloss man, nach beiderseitiger Sympathiebekundung, die gemeinsame Arbeit zu beginnen, wozu jedoch der Probenabend vom lange gewohnten Montag auf donnerstags verschoben werden musste. Nachdem auch hier Einigkeit erzielt wurde, begann im Januar 1997 unsere Zeit mit Frau Melzer. Sie brachte spürbar frischen Wind und neue Ideen.
Jede Probe wurde nun mit intensiven Atem- und Einsingübungen begonnen und waren zuerst einige noch erstaunt und auch zögerlich, so ließen wir uns doch schnell von unserer neuen Chorleiterin mitreißen.
Voller Tatandrang und mit ernsthaftem Willen zur Leitung erarbeiteten wir, mit unserer von Frau Melzer oft gelobten Disziplin, zügig ein kleines Repertoire.
Ihr nächstes Ziel hieß „Auftritt ohne Noten“! Trotz ängstlicher Bedenken einiger Sängerinnen, wagten wir uns zum Erntefest „freihändig“ auf die Bühne. Die Reaktionen auf diesen Auftritt waren einstimmig positiv und bestärkten Frau Melzer in ihrer Arbeit.
Das Tempo , mit dem unsere Dirigentin ein neues Lied nach dem nächsten einstudierte, war atemberaubend und verlangte von uns hohe Konzentration und Disziplin.
Durch Beifall und Zuspruch vom Publikum beflügelt, plante unsere Chorleiterin nun, unsere Leistungsfähigkeit in einem Konzert zu beweisen, und so veranstalteten wir 1999 gemeinsam mit den Drabenderhöher Spatzen (Frau Melzers Kinderchor) ein erstes Konzert in eigener Regie. Vor vollem Haus und mit ansprechendem Programm begeisterten wir unsere Zuhörer und bekamen auch in der Presse positive Resonanz.
Die glückliche Hand unserer Dirigentin bei der Liedauswahl und das sichere Gefühl welches Musikstück dem Anlass am Besten entspricht, brachte uns Lob und Anerkennung auch bei Auftritten außerhalb unseres Ortes.
Trotz fleißiger Arbeit sorgt unsere Chorleiterin für gute Stimmung bei der Probe und spornt unser Selbstvertrauen an.
Seit Frau Melzers Wirken fanden schon 14 neue Sängerinnen Anschluss bei uns und fühlen sich wohl in unserer Gemeinschaft.
Bleibt zu hoffen, dass diese steigende Tendenz sowohl in quantitativer als auch qualitativer Hinsicht anhält und Frau Melzer noch lange Spaß an der Leitung unseres Chores hat und uns noch zu weiteren führt.

Sängerin werden - sein - bleiben

Jahrelang wurde ich von Chormitgliedern angequatscht, um mich zum Beitritt zu überreden. Jedesmal winkte ich ab und verwies auf den ungünstigen Probentermin.
1. ergaben sich Änderungen beim Frauenchor und mit der neuen jungen Dirigentin änderte sich 1997 auch der Probentag. Ich musste mich entschließen. „Jetzt oder nie!“ Vorsichtig erkundigte ich mich wann der Einstieg günstig sei und ging dann mit etwas Herzklopfen zur ersten Probe. Mit Beifall wurde ich freudig begrüßt und hatte nun die Qual der Wahl. – Welche Stimme?
Alle hätten gerne Verstärkung, denn es war schon länger keine neue Sängerin dazugestoßen. Nach kurzer Überlegung wurde entschieden, dass ich Alt 1 verstärken soll.
Jetzt kam viel Neues auf mich zu, zum Beispiel Begriffe wie forte, piano, crescendo, Auflösungszeichen, Wiederholungszeichen usw., mit denen ich zum Teil wenig anfangen konnte. Ich hatte auch Fragen wie: „Welche Noten sind für unsere Stimme?“ Antwort: „Das ist unterschiedlich, entweder die aus der oberen Reihe mit dem Hals nach unten oder die aus der unteren Reihe mit dem Hals nach oben.“ oder: „Die Luft reicht nicht! Wann darf ich atmen?“ Antwort: „Da auf keinen Fall, wenn möglich immer dann , wenn deine Nebenfrau nicht atmet,“ Die Atem- und Einsingübungen waren gewöhnungsbedürftig. – Nur nicht anfangen zu lachen, am Besten keinen angucken.- Wenn es nicht mehr ging schaute ich auf das große Bild an der Wand und konnte mich dann wieder beruhigen. Zum Glück saß ich neben einer erfahrenen Sängerin mit sicherer lauter Stimme, da konnte ich mich auch trauen kräftig zu singen und merkte schnell wieviel schwieriger die leisen Töne sind. Als neue Lieder eingeübt wurden spürte ich , dass ich doch einigermaßen mithalten konnte, denn alle hatten die gleichen Probleme mit bestimmten Noten (meistens mit b oder #).
Nach drei oder vier normalen Proben ging es richtig zur Sache. Kaum hatten wir eine Singverpflichtung hinter uns, stand schon die nächste bevor. Wir sangen in der Kirche bei Hochzeiten und Todesfällen, hinterm Haus oder im Saal bei Geburtstagsständchen und im Altenheim. Wir hatten Auftritte vor großem Publikum bei Erntefest und Frauenfrühstück und wirkten bei Adventsfeiern mit.
Am Anfang noch vorsichtig und froh über meinen Platz in der letzten Reihe, fühlte ich mich bald sicherer und lockerer und nachdem ich auch Heilig Abend das Singen in der brechend vollen Kirche, direkt vor dem Altar mit Blick zur Gemeinde, durchgestanden hatte, zählte ich mich als vollwertiges Chormitglied und dachte, dass es aufregender eigentlich nicht mehr werden kann. Doch darin sollte ich mich getäuscht haben, denn im folgenden Jahr stand ein eigenes Konzert gemeinsam mit dem Kinderchor unserer Chorleiterin auf dem Programm. Jetzt wurde die Probenarbeit intensiver und auch Sonderproben waren fällig, schließlich sollte am Konzerttag ales klappen. An dem Musicaltitel „Ich hätt getanzt heut Nacht“ wurde ganz schön gebüffelt, wollte sich doch die beschwingte Leichtigkeit der Melodie nicht richtig einstellen. „Sie müssen verträumt lächeln, schließlich schweben Sie über die Tanzfläche!“, so ermunterte uns unsere Dirigentin. Mit Klavierbegleitung kriegten wir auch das ganz gut über die Bühne.
Mittlerweile waren nach mir noch einige neue Sängerinnen dazugekommen und ich gehörte schon zu den erprobten Kräften. Die nächste neue Erfahrung war für mich die alle zwei Jahre stattfindende „große“ Weihnachtsfeier für alle inaktiven Mitglieder und Freunde unseres Chores. Hier werden nicht nur Adventslieder gesungen, sondern auch Geschichten und Gedichte vorgetragen und ein Sketch oder Theaterstück aufgeführt. Nebenbei werden die Gäste mit Kaffee und Kuchen bewirtet und zur Steigerung der Einnahmen gibt es eine Tombola.
Und wenn ich am Ende meines zweiten Singjahres gedacht hatte, dass dies ein ziemlich arbeitsreiches Chorjahr war, so erlebte ich laufend noch Steigerungen nämlich Mitwirkung bei einem Konzert des MGV, Teilnahme an einer Großveranstaltung des Sängerkreises auf Schloss Homburg, singen „open air“ beim Mittsommernachtsfest im Wiehler Kurpark, Fähnchen schwingend mitmarschieren beim Erntedank-Umzug usw.
Dieses Jahr wird es noch turbulenter, denn wir werden 50 und wollen natürlich angemessen feiern. Auf der Jubilarenehrung des Sängerkreises im März tragen wir zum ersten Mal unsere neue Kleidung und beteiligen uns mit drei Liedvorträgen an der Programmgestaltung. Ich glaube wir haben einen guten Eindruck hinterlassen , denn der Beifall war entsprechend. Wir fühlten uns alle wohl in unseren blauen Jacken und gaben uns Mühe alle Tipps unserer Dirigentin zu beherzigen: nicht ins Publikum gucken, sondern immer zum Chorleiter; immer lächeln, dann wird der Ton heller; deutliche Aussprache, besonders bei den An- und Endlauten; usw, usw.
Am schönsten ist es, nach einem gelungenen Auftritt noch zusammenzusitzen und alle Eindrücke gemeinsam zu verarbeiten. Bei der nächsten Probe geht es dann mit besonderem Elan an die Vorbereitung des kommenden Einsatzes, der schon gar nicht mehr weit ist. So bringt das Chorleben Abwechslung in den Alltag, aber es ist nie stressig oder lästig, sondern immer lustig, entspannend und interessant.
Mitlerweile bin ich mit Leib und Seele Sängerin und gehöre ich zu denen, die neue Sängerinnen willkommen heißen und ihnen beim Eingewöhnen helfen. Neben dieser musikalischen Seite des Chorlebens gibt es aber auch noch eine gesellige, die ich unbedingt erwähnen muss. Jeden Donnerstag nach dem Singen findet eine freiwillige „Nachprobe“ im ehemaligen Probenlokal Gasthof Klein statt. Die Teilnahme ist zwar nicht verpflichtend, aber ich empfehle sie unbedingt als weiters Zwerchfelltraining. Außerdem wird zum besseren Kennenlernen und zur Pflege der Gemeinschaft zusammen gewandert oder ein Wochenendausflug unternommen und dabei habe ich entdeckt, wieviel Spass es gibt, wenn Frauen unterschiedlichsten Alters gemeinsam etwas unternehmen. Ich hoffe, dass jeder Leser gemerkt hat, dass ich, nachdem ich vor vier Jahren Sängerin geworden bin, es unbedingt bleiben will, obwohl ich mir schon ausgerechnet habe, dass ich es höchstens bis zum 25-jährigen Jubiläum schaffen kann. Schade!!!!

Sabine Breuer